„Leistung lohnt“ sich für Gothaer

„7 aus 49“ ist kein neues Lotto. Im Gegenteil: Hier geht es nicht um Glück, sondern um ernsthafte Anstrengungen. Sieben Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Gotha gehören zu den 49 Besten beim Wettbewerb „Leistung lohnt“. Seit 2006 rufen die IHK Erfurt und die „Thüringer Allgemeine“ Neuntklässler zum intellektuellen Kräftemessen auf. Belohnt wird, wer sich binnen Jahresfrist um mindestens eine Note im Gesamtdurchschnitt verbessert. Unterstützt wird der Wettbewerb durch jeweils einen Sponsor pro Landkreis oder kreisfreier Stadt: Für Gotha ist von Anfang an die Raiffeisenbank Gotha eG dabei.

Michelle Bombach, Paula Starkloff, Bildungs-staatssekretärin Gabi Ohler, Fabian Herrmann und Ute Wettstein (v. l.) - Foto: Rainer Aschenbrenner / Curcuma Medien GbR

Emely Kämmer, Paula Starkloff (beide Regelschule „Nessetal“, Warza), Elisabeth Meißgeier, Michelle Bombach, Fabian Herrmann (alle Regelschule Oststadt, Gotha), Sophie Fischer (Regelschule „An der Nesse“, Molschleben) und Leon Bretschneider (Regelschule „Conrad Ekhof“, Gotha) sind die sieben Siegreichen aus dem Landkreis.

589 Neuntklässler aus 32 Schulen hatten sich vor einem Jahr für die neunte Auflage des Wettstreits angemeldet. Nach zwölf Monaten standen dann jene 49 fest, die ernst gemacht hatten mit dem Plan, sich zu verbessern. Sie bekamen deshalb Urkunden und kleine Geschenke. Unschlagbar dabei – die Gothaerin Elisabeth Meißgeier. Ihr Notendurchschnitt auf dem Halbjahreszeugnis der 10. Klasse von 1,0 machte sie zur Besten der Besten. Ebenfalls von der Regelschule Oststadt Gotha kommt Michelle Bombach: Sie legte einen furiosen Zwischenspurt hin und verbesserte sich von 3,6 auf 2,5, was ihr ein „Fleißdiplom“ einbrachte.

Damit belegten die siegreichen Schlauberger ganz nebenbei ein geflügeltes Wort: Demnach waren schon früher in Gotha die Bauern klüger als andernorts die Edelleute. Wohl auch deshalb, weil Ernst I. der erste deutsche Fürst war, der seinem Volke 1642 die allgemeine Schulpflicht verordnete. Glücklicherweise hat sich die Wissbegier vererbt, wie die Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll bewiesen.

Den Wettbewerb hatten IHK und Tageszeitung aus der Taufe gehoben, „um zusätzlichen Ansporn zu besseren schulischen Leistungen zu geben“, wie IHK-Vizepräsident Reimund Lehmann erinnerte. Nicht zuletzt deshalb, weil seit Jahren Unternehmen klagten, dass den stetig wachsenden Anforderungen des Berufslebens die Kenntnisse der Schulabgänger immer seltener genügten, manche obendrein kaum den Drang verspürten, sich ordentlich ins Zeug zu legen. Zudem gäbe es nicht wenige, die sich mehrfach bewerben – u. a. auch auf Studienplätze – und dann die Lehrstellen nicht anträten und jene, die die Lehre abbrächen, weil der Beruf nicht ihren Vorstellungen entspräche.

„Den ersten Eindruck hinterlässt ein Bewerber mit seinen Noten“, machte der IHK-Vizepräsident deutlich. Schon das spräche für den Wettbewerb „Leistung lohnt“, weil zudem auch Unternehmen in eine dreijährige Ausbildung rund 35.000 Euro investieren.

Hinzu kommt, dass die Zahl der Schulabsolventen von Jahr zu Jahr sinke, auf der anderen Seite der Bedarf v. a. nach Fachkräften wachse. Reimund Lehmann, der Gothaer Bau-Unternehmer, verdeutlichte das: Rund 15.800 Schulabgänger werde es 2015 geben. Von denen würde sich nur jeder Zweite für einen Beruf in Handwerk oder Wirtschaft entscheiden. Doch schon die Unternehmen der Thüringer IHKen böten gut 10.000 Ausbildungsplätze an. Weitere rund 3.000 kommen von den Betrieben der Handwerkskammern.

Damit das schlaue Septett aus dem Landkreis noch klüger wird, spendierte ihnen die Raiffeisenbank zur IHK-Urkunde und den Blumen einen Büchergutschein. Obendrein übergab Ute Wettstein einen finanziellen Anreiz, damit die jungen Leute die Genossenschafts- zu ihrer Hausbank machen.

Übrigens: Den ersten Strauß des feierlichen Samstages in Erfurts IHK erhielt die Ausbildungsleiterin der RaiBa – weil sie Geburtstag am Tage der Auszeichnung hatte.